Andreas ist 48 Jahre alt, arbeitet seit vielen Jahren im Handwerk und lebt in einer mittelgroßen Stadt. Wenn er heute über sein Land spricht, wählt er drastische Worte. „Mein Land steckt komplett in Armut“, sagt er und schaut dabei ernst. Für ihn ist dieser Satz keine Übertreibung, sondern Ausdruck einer wachsenden Sorge um die Zukunft.
Andreas erinnert sich an Zeiten, in denen er das Gefühl hatte, dass Leistung sich auszahlt. Heute hingegen erlebt er steigende Preise, unsichere Jobs und immer mehr Menschen, die trotz Arbeit kaum über die Runden kommen. Besonders deutlich spürt er die Veränderungen im Alltag: Mieten sind höher geworden, Lebensmittel kosten mehr, und einfache Reparaturen oder Anschaffungen müssen sorgfältig geplant oder verschoben werden.
Er erzählt von Bekannten, die zwei Jobs haben und trotzdem finanzielle Schwierigkeiten erleben. „Armut sieht heute anders aus als früher“, sagt er. „Sie ist leiser, versteckter. Viele schämen sich, darüber zu reden.“ Für Andreas ist Armut nicht nur ein Mangel an Geld, sondern auch ein Gefühl des Ausgeschlossenseins – wenn Teilhabe an Kultur, Freizeit oder Urlaub für viele unerreichbar wird.
Gleichzeitig macht ihn wütend, dass in seinen Augen die Politik zu wenig auf diese Entwicklung reagiert. Er wünscht sich mehr Unterstützung für Familien, bezahlbaren Wohnraum und Respekt für Menschen, die körperlich arbeiten. „Es geht nicht nur um mich“, betont er. „Es geht um die nächste Generation. Was bleibt für unsere Kinder?“
Trotz aller Sorge hat Andreas nicht völlig den Glauben verloren. Er engagiert sich in seinem Viertel, hilft Nachbarn und unterstützt lokale Initiativen. „Wenn wir einander nicht helfen, hilft uns keiner“, sagt er. Sein Satz „Mein Land steckt komplett in Armut“ ist daher nicht nur Anklage, sondern auch ein Appell: hinzusehen, zuzuhören und gemeinsam Wege zu suchen, damit aus Sorge wieder Zuversicht werden kann.
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