Für viele Menschen ist der Arbeitsplatz mehr als nur eine Einnahmequelle. Er gibt Struktur, sozialen Kontakt und ein Stück Identität. Für die 54-jährige Elke Papenfuss aus Frankfurt bedeutete ihr Job an der Kasse im Einzelhandel genau das: ein vertrauter Alltag, nette Kundinnen und Kunden und ein wertgeschätzter Platz im Team. Doch vor wenigen Wochen endete diese Zeit abrupt – für sie völlig überraschend.

Ein harter Schlag

Nach über einem Jahrzehnt im selben Unternehmen wurde Elke gekündigt. „Ich habe es erst gar nicht glauben können“, sagt sie. „Es fühlte sich ungerecht an. Ich habe immer mein Bestes gegeben.“ Die Mitteilung am letzten Arbeitstag sei kurz gewesen, ohne richtige Erklärung, so Elke. Was genau zu dieser Entscheidung geführt habe, sei ihr nicht klar.

Viele ihrer Kolleginnen und Kollegen hätten sie als zuverlässig, freundlich und engagiert beschrieben. Dennoch stehe sie nun ohne Job da – in einem Alter, in dem die Jobsuche nicht leichter wird.

Zwischen Wut und Zukunftssorgen

„Es ist ein Stück Würde, das mir genommen wurde“, erklärt sie. Die Gefühle reichen von Enttäuschung über Traurigkeit bis zu der Angst vor einer unsicheren Zukunft. Besonders hart trifft sie, dass es kaum ein persönliches Gespräch über Gründe oder Perspektiven gab.

Arbeitsmarkt-Expertinnen und -Experten weisen darauf hin, dass Kündigungen für Beschäftigte in der zweiten Lebenshälfte oft besonders belastend sind. Grund seien zum einen Vorurteile im Arbeitsmarkt, zum anderen gesetzliche Hürden, wenn keine klaren Gründe oder Fehler im Verhalten vorlägen.

Wie weiter?

Elke hat bereits erste Bewerbungen geschrieben, sucht nach ähnlichen Tätigkeiten im Einzelhandel oder kundenorientierten Bereichen. Sie hofft, dass sich bald eine neue Chance ergibt — mit Wertschätzung und Perspektive.

„Man darf nicht aufgeben“, sagt sie. „Auch wenn es schwer ist, man muss weiter nach vorne schauen.“

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