Seit Jahren lebt die 57-jährige Sophie in einem kleinen Ort am Stadtrand. Früher liebte sie die Spaziergänge durch die nahegelegenen Grünflächen. Doch heute geht sie mit gemischten Gefühlen vor die Tür – denn was sie dort sieht, macht sie wütend und traurig zugleich.
„Überall liegt Müll“, sagt Sophie kopfschüttelnd. „Plastikflaschen im Gebüsch, Zigarettenstummel auf dem Gehweg, Verpackungen einfach ins Gras geworfen.“ Besonders schlimm sei es in ihrer eigenen Ecke des Viertels. Dort, wo eigentlich Kinder spielen und Nachbarn sich begegnen, sammeln sich immer wieder Abfälle. Kaum hat jemand aufgeräumt, dauert es nicht lange, bis neuer Müll auftaucht.
Für Sophie ist das nicht nur eine Frage der Sauberkeit, sondern des Respekts. „Wir leben doch alle hier. Warum behandelt man seine eigene Umgebung so?“ Sie versteht nicht, weshalb manche Menschen ihren Müll einfach fallen lassen, obwohl Mülleimer in der Nähe stehen. Für sie ist klar: Jeder Einzelne trägt Verantwortung.
Ihre Verärgerung kommt nicht von ungefähr. Mehrmals hat sie selbst zur Müllzange gegriffen und aufgeräumt. Ganze Säcke hat sie bereits gefüllt. Doch das Gefühl, gegen Windmühlen zu kämpfen, bleibt. „Es frustriert mich. Man gibt sich Mühe – und am nächsten Tag sieht es wieder genauso aus.“
Neben der optischen Verschmutzung sorgt sie sich auch um die Umwelt. Plastikreste könnten in den Boden gelangen, Tiere könnten sich verletzen oder Abfälle fressen. Für Sophie steht fest: Die Natur ist kein Mülleimer.
Trotz ihres Ärgers gibt sie die Hoffnung nicht auf. Sie wünscht sich mehr Bewusstsein in der Nachbarschaft – vielleicht gemeinsame Aufräumaktionen oder mehr Gespräche miteinander. „Wenn jeder nur ein bisschen mehr Rücksicht nimmt, wäre schon viel gewonnen“, sagt sie.
Sophie bleibt engagiert. Auch wenn sie sich oft ärgert, will sie nicht wegsehen. Für sie ist klar: Sauberkeit beginnt im Kleinen – direkt vor der eigenen Haustür.