Für viele junge Akademikerinnen und Akademiker beginnt der Einstieg ins Berufsleben derzeit mit Ernüchterung. Die Wirtschaft schwächelt, Unternehmen stellen zurückhaltender ein – und ausgerechnet die Generation Z spürt die Folgen besonders stark. Trotz guter Abschlüsse und Praktika finden viele Absolventinnen und Absolventen keinen passenden Job. Manche schreiben hunderte Bewerbungen, ohne auch nur zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.
Diese Erfahrung bleibt nicht ohne Folgen. Die monatelange Jobsuche nagt am Selbstbewusstsein, Zweifel an den eigenen Fähigkeiten machen sich breit. Wer jahrelang studiert hat, fragt sich plötzlich, ob sich der Einsatz überhaupt gelohnt hat. Auf sozialen Netzwerken berichten junge Menschen offen über Frust, Absagen und das Gefühl, übersehen zu werden.
Auf Jobmessen suchen viele ihr Glück – doch auch dort zeigt sich ein strukturelles Ungleichgewicht. Während Hochschulabsolventinnen und -absolventen auf Stellen in Büros, Agenturen oder Konzernen hoffen, sind es vor allem Handwerksbetriebe, die dringend Nachwuchs suchen. Gesucht werden Auszubildende, nicht Akademiker. Das wirft eine unbequeme Frage auf: Studieren junge Menschen am Bedarf des Arbeitsmarktes vorbei?
Ganz so einfach ist die Antwort nicht. Denn tatsächlich herrscht in vielen Branchen weiterhin Fachkräftemangel – etwa in der Pflege, im technischen Bereich, im IT-Sektor oder im Handwerk. Das Problem liegt weniger im Fehlen von Arbeit als in der Passung zwischen Ausbildung und offenen Stellen. Karriereberaterinnen und -berater an Hochschulen empfehlen daher, den Blick zu weiten und sich nicht ausschließlich auf den klassischen Einstieg im eigenen Studienfach zu fixieren.
Auch fachfremde Branchen können interessante Perspektiven bieten. Wer analytisch denken kann, kommunikationsstark ist oder Projektmanagement-Erfahrung mitbringt, bringt Fähigkeiten mit, die in vielen Bereichen gefragt sind. Eine berufliche Umorientierung wird zunehmend nicht als Scheitern, sondern als Chance verstanden – gerade in einer Arbeitswelt, die sich stetig wandelt.
Für die Generation Z bedeutet das: Flexibilität, Offenheit und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen, sind wichtiger denn je. Der Einstieg ins Berufsleben mag schwieriger sein als erhofft – doch er ist nicht unmöglich. Manchmal beginnt eine Karriere nur anders als geplant.
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