Mit 28 Jahren hatte Anna sich ihr Leben anders vorgestellt. Ein sicherer Job, ein bisschen Erspartes, vielleicht sogar erste Pläne für Reisen oder eine eigene Wohnung. Stattdessen starrte sie an diesem Morgen auf ihr Online-Banking: –2.000 Euro. Eine Zahl, die sich anfühlte, als würde sie lauter schreien, je länger man sie ansah.

Anna arbeitet Vollzeit, ist zuverlässig und organisiert – zumindest dachte sie das. Doch steigende Mieten, unerwartete Autoreparaturen und die ganz normalen Lebenshaltungskosten hatten sich still und leise aufgestapelt. Dazu kamen ein paar Entscheidungen, die sie heute anders treffen würde. Ein Umzug, der teurer war als geplant. Ein Kredit, der harmlos klang. Kleine Beträge, die zusammen ein großes Loch rissen.

Das Minus auf dem Konto ist für Anna mehr als ein finanzielles Problem. Es ist ein emotionales Gewicht. Scham mischt sich mit Angst, manchmal auch mit Wut auf sich selbst. Während andere in ihrem Alter über Investments sprechen oder Urlaubsfotos posten, rechnet Anna, wie sie den Monat übersteht. Sie fragt sich, warum Geld so viel Macht über das eigene Selbstwertgefühl haben kann.

Und doch ist da auch etwas anderes: Realitätssinn. Anna weiß, dass sie nicht allein ist. Viele Menschen in ihrem Alter kämpfen mit ähnlichen Zahlen, nur spricht kaum jemand offen darüber. Langsam beginnt sie, sich Hilfe zu holen, ihre Ausgaben ehrlich zu analysieren und Prioritäten neu zu setzen. Kein schneller Ausweg, aber ein Anfang.

–2.000 Euro definieren nicht, wer Anna ist. Sie definieren nur den Punkt, an dem sie gerade steht. Und vielleicht ist genau dieser Punkt der Moment, an dem Veränderung möglich wird.

Das könnte Sie auch interessieren:

Ein Paar baute einen Zaun, um einen lästigen Nachbarn loszuwerden: jetzt müssen sie eine hohe Geldstrafe zahlen, Details

Wir können unsere "minderwertigen" Neubauten nicht verkaufen, nachdem der Bauträger ein riesiges Grundstück "auf kontaminiertem Boden" errichtet hat