In ihrer Praxis in Heilbronn beklagt Dr. Neumann Sarah eine besorgniserregende Entwicklung: Viele ihrer älteren Patienten leiden nicht nur unter körperlichen Gebrechen, sondern auch unter sozialer Isolation. „Es ist erschreckend, wie viele meiner Patienten kaum noch Besuch bekommen“, sagt die Ärztin. „Sie fühlen sich oft vergessen.“
Dr. Neumann beschreibt, dass gerade Menschen jenseits der 70 häufig allein leben. Kinder und Enkel haben oft wenig Zeit, Freunde sind bereits verstorben oder gesundheitlich eingeschränkt. „Manchmal höre ich, wie Patienten traurig sagen: ‚Heute hat mich niemand besucht.‘ Das bricht mir das Herz“, so die Ärztin.
Die Folgen der Einsamkeit seien gravierend. Sie beobachtet bei ihren Patienten vermehrt Depressionen, Schlafstörungen und körperliche Beschwerden, die durch sozialen Rückzug verstärkt werden. „Einsamkeit wirkt wie eine stille Krankheit“, erklärt Dr. Neumann.
Sie appelliert an die Gesellschaft, die Bedürfnisse älterer Menschen ernster zu nehmen: „Ein kurzer Besuch, ein Telefonanruf oder ein kleiner Brief können einen enormen Unterschied machen. Wir dürfen diese Menschen nicht vergessen.“
Dr. Neumann Sarah fordert zudem, dass Pflegeeinrichtungen, Nachbarschaftshilfen und Gemeinden stärker zusammenarbeiten, um älteren Menschen soziale Kontakte zu ermöglichen. „Gesundheit ist nicht nur Medizin, sondern auch Gemeinschaft und Aufmerksamkeit.“
Abschließend sagt sie: „Jeder Mensch verdient es, gesehen und gehört zu werden – egal wie alt er ist. Einsamkeit darf kein Normalzustand werden.“
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