Sonia ist 35 Jahre alt, stammt ursprünglich aus dem Kongo und lebt seit mehreren Jahren in Deutschland. Wer sie kennt, beschreibt sie als zielstrebig, direkt und sehr eigenständig. Es gibt jedoch eine kleine Eigenart, die immer wieder für Gesprächsstoff sorgt: Sonia lässt nie Trinkgeld – weder im Restaurant, noch im Café oder beim Friseur.

„Ich sehe nicht ein, warum ich extra zahlen soll, wenn der Service bereits bezahlt wird“, sagt Sonia unverblümt. Für sie sei der Preis, den man auf der Rechnung sieht, ausreichend. „Die Leute bekommen ihr Geld, und damit ist alles geregelt“, erklärt sie weiter. Diese Haltung stößt in einem Land wie Deutschland, wo Trinkgeld kulturell als Anerkennung guter Arbeit gilt, auf unterschiedlichste Reaktionen.

Freunde und Bekannte reagieren geteilt. Einige bewundern ihre Prinzipientreue, andere finden es unhöflich. „Sonia hat ihre eigenen Regeln, und das respektiere ich“, sagt eine Freundin, die oft mit ihr essen geht. Ein Kellner, der anonym bleiben möchte, meint hingegen: „Es ist natürlich schade, wenn Kunden nie Trinkgeld geben, aber letztlich ist es ihre Entscheidung.“

Sonia selbst lässt sich durch die Kritik nicht beirren. Sie betrachtet Trinkgeld als freiwillig, nicht als Pflicht, und hält daran fest, dass man für guten Service nicht automatisch belohnt werden muss. In Gesprächen über Geld und Fairness zeigt sie sich reflektiert: „Ich unterstütze Menschen auf andere Weise, aber ich bin nicht bereit, nur aus gesellschaftlichem Druck Trinkgeld zu geben.“

Ihre Haltung wirft eine interessante Frage auf: Wie stark sollten kulturelle Erwartungen die persönlichen Entscheidungen beeinflussen? In einer multikulturellen Gesellschaft wie Deutschland leben viele unterschiedliche Perspektiven auf Umgangsformen und Wertschätzung nebeneinander – und Sonia ist ein Beispiel dafür, wie jemand bewusst seine eigene Linie verfolgt, auch wenn sie von der Norm abweicht.

Ob man ihre Einstellung nun akzeptiert oder kritisiert, eines steht fest: Sonia lebt nach ihren Prinzipien – und das mit 35 Jahren, ohne Kompromisse.

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