„Allein könnte ich nicht überleben“, sagt Yvonne, 76 Jahre alt, während sie in ihrer kleinen Wohnung im Wohnzimmer sitzt. Die meisten Gegenstände um sie herum tragen Spuren von Jahrzehnten – Erinnerungen, Fotos, Bücher. Doch hinter dieser gemütlichen Fassade verbirgt sich eine Realität, die viele ältere Menschen kennen: steigende Kosten, wachsende Sorgen und die Angst, finanziell nicht über die Runden zu kommen.
Seit einigen Jahren lebt Yvonne mit ihrem Sohn zusammen. Für sie ist das nicht nur eine Frage der Nähe zur Familie, sondern eine Überlebensstrategie. „Meine Rente reicht einfach nicht“, erklärt sie. „Die Nebenkosten sind inzwischen so hoch, dass ich alleine nicht einmal die Heizung anlassen könnte, ohne mir Sorgen zu machen, wie ich das Geld zusammenbekomme.“ Strom, Wasser, Heizung – all das verschlingt einen großen Teil ihres Einkommens. Jede unerwartete Rechnung wird zum Problem.
Yvonne erzählt von früheren Jahren, in denen sie allein gelebt hat. Damals war sie aktiv, selbstständig und stolz darauf, ihr Leben allein zu meistern. Doch mit zunehmendem Alter und steigenden Lebenshaltungskosten änderte sich vieles. „Man merkt erst, wie schnell sich das Blatt wendet“, sagt sie. „Plötzlich reicht das, was man immer für selbstverständlich gehalten hat, nicht mehr aus.“
Das Zusammenleben mit ihrem Sohn hat ihr nicht nur finanziell Sicherheit gebracht, sondern auch emotionalen Halt. „Er kümmert sich um mich, wir lachen zusammen, wir essen zusammen. Ich weiß, dass ich nicht allein bin, wenn etwas passiert.“ Für Yvonne ist diese Form des Zusammenlebens ein Privileg – und gleichzeitig ein Zeugnis für die Realität vieler älterer Menschen in Deutschland.
Die Situation zeigt, wie sehr steigende Nebenkosten und begrenzte Renten ältere Menschen unter Druck setzen. Für viele ist es nicht die Einsamkeit, die sie am meisten belastet, sondern die ständige Angst, dass das Geld nicht reicht. Yvonnes Geschichte ist ein lebendiger Beweis dafür, dass Solidarität innerhalb der Familie oft die einzige Möglichkeit ist, diesen Herausforderungen zu begegnen.
„Ich hätte es allein nicht geschafft“, sagt sie am Ende unseres Gesprächs. „Mein Sohn gibt mir das Leben, das ich sonst verloren hätte.“
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