Hagen – In der Innenstadt sorgt ein ungewöhnliches Geschäftsmodell für Gesprächsstoff: Ein Modegeschäft verlangt von Kundinnen und Kunden eine Pauschale von 25 Euro allein für eine Beratungsleistung, selbst wenn am Ende kein Produkt gekauft wird.
Laut Aussagen mehrerer Besucher wird beim Betreten des Geschäfts sofort deutlich gemacht, dass eine Beratungspauschale fällig wird, die unabhängig von einem späteren Kauf zu entrichten sei. Kunden berichten, dass Mitarbeiter darauf bestehen, die Gebühr vor Beginn der Beratung zu kassieren.
Kunden reagieren verärgert
Mehrere Personen, die die Dienstleistung in Anspruch genommen haben oder dies beabsichtigten, zeigen sich irritiert über diese Vorgabe. „Ich wollte mich nur informieren, aber ich sollte zuerst 25 Euro bezahlen – ohne jede Garantie, dass ich etwas kaufe“, sagt eine Besucherin. Andere Nutzer sozialer Netzwerke sprechen bereits von einem „unangenehmen Erlebnis“ und werfen dem Laden vor, kundenunfreundlich zu agieren.
Einige Kommentare bezeichnen die Praxis in deutlichen Worten, andere fordern transparente Preisaushänge oder rechtliche Klärungen.
Unternehmer verteidigt Konzept
Das Modegeschäft erklärt auf Anfrage, die Beratungsgebühr sei Teil eines neuen Service-Angebots. Man wolle „intensive, individuelle Modeberatung“ bieten und diese Dienstleistung entsprechend vergüten, unabhängig davon, ob ein Kauf stattfindet oder nicht. Laut Betreiber sei der Hinweis auf die Gebühr klar ersichtlich angebracht, bevor eine Beratung beginne.
Rechtliche Einordnung und Verbrauchermeinung
Rechtsexperten erklären, dass Grundsätzliches gilt: Dienstleistungen dürfen bezahlt werden, auch wenn der Kunde im Anschluss nichts kauft, sofern dies vorher klar kommuniziert wird. Unklarheiten in der Preisgestaltung können jedoch zu rechtlichen Auseinandersetzungen führen.
Verbraucherschützer raten dazu, im Vorfeld stets nach Preisen zu fragen und auf deutliche Hinweise zu bestehen, bevor Leistungen in Anspruch genommen werden.
Was droht dem Trend?
Ob dieses Modell Schule macht oder rechtlich überprüft wird, bleibt abzuwarten. Fest steht: Die Diskussion in Hagen zeigt, wie sensibel Kundschaft auf neue Preismodelle reagiert – insbesondere im Einzelhandel, wo Beratung lange Zeit als kostenloser Service galt.
Das könnte Sie auch interessieren: