Margarethe ist 77 Jahre alt und lebt in Wiesbaden. Jeden Tag stehen ihr nach Abzug aller Fixkosten nur etwa sechs Euro für Essen, Kleidung und das Nötigste zur Verfügung. Ihr Alltag ist geprägt von genauem Planen, Verzicht und der ständigen Frage, wofür das kleine Budget überhaupt noch reicht.
Schon der Einkauf im Supermarkt ist für sie keine spontane Entscheidung mehr, sondern eine streng kalkulierte Aufgabe. Sonderangebote, reduzierte Waren und günstige Grundnahrungsmittel bestimmen ihren Warenkorb. Dinge, die für viele selbstverständlich sind – ein Cafébesuch, neue Kleidung oder kleine Ausflüge – sind für sie kaum möglich.
Trotz dieser Einschränkungen versucht Margarethe, ihren Alltag zu bewältigen. Sie lebt zurückgezogen, achtet genau auf jeden Cent und hat gelernt, mit wenig auszukommen. Oft hilft ihr dabei ihre Routine: feste Einkaufszeiten, einfache Mahlzeiten und das Meiden unnötiger Ausgaben.
Wie viele ältere Menschen in Deutschland gehört auch sie zu denen, deren Rente oder Einkommen kaum über das Existenzminimum hinausreicht. Studien und Berichte zeigen, dass Altersarmut kein Einzelfall ist, sondern viele ältere Menschen betrifft – besonders Frauen, die ihr Leben lang häufig in Teilzeit gearbeitet oder Familienarbeit geleistet haben.
Für Margarethe bedeutet das vor allem eines: Jeder Tag muss geplant werden. Und obwohl sie sich manchmal fragt, wie lange das noch gut geht, versucht sie, ihre Selbstständigkeit zu bewahren – so gut es eben geht mit sechs Euro am Tag.