In einer kleinen Wohnung am Rand einer ukrainischen Kleinstadt lebt Annette, 28 Jahre alt, gemeinsam mit ihrer vierjährigen Tochter Miriam. Der Alltag der alleinerziehenden Mutter ist geprägt von Unsicherheit, knappen Mitteln und der ständigen Frage, wie sie den nächsten Tag bewältigen soll.

Annette arbeitet derzeit nicht. Die Gründe dafür sind vielschichtig: fehlende Kinderbetreuung, eingeschränkte Jobmöglichkeiten in der Umgebung und die Herausforderung, überhaupt eine stabile Tagesstruktur aufzubauen, in der Arbeit und Fürsorge miteinander vereinbar wären. Die Verantwortung für Miriam trägt sie allein.

Besonders belastend ist die finanzielle Situation. Immer wieder steht Annette vor der Schwierigkeit, genug Geld für das Nötigste aufzubringen. Lebensmittel sind knapp kalkuliert, und sie achtet sehr genau darauf, wie sie das wenige, das vorhanden ist, einteilt. „Es reicht oft gerade so von einem Tag zum nächsten“, beschreibt sie ihre Lage sinngemäß.

Miriam, die mit ihren vier Jahren eigentlich in einer Phase des Spielens, Lernens und unbeschwerten Wachsens sein sollte, bekommt die Sorgen ihrer Mutter indirekt mit. Annette versucht, ihr so viel Stabilität wie möglich zu geben – feste Rituale, gemeinsame Mahlzeiten, so gut es eben geht, und viel Nähe.

Trotz der schwierigen Umstände bemüht sich Annette, den Alltag für ihre Tochter möglichst normal wirken zu lassen. Sie verzichtet selbst auf vieles, damit Miriam das Nötigste hat. Gleichzeitig wächst der Druck: ohne Arbeit gibt es kaum Perspektiven, die Situation nachhaltig zu verbessern.

So bleibt Annette in einem Kreislauf aus Sorge und Verantwortung gefangen – und dennoch bestimmt der Wille, für ihre Tochter da zu sein, jeden ihrer Tage.

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