Eine neue Untersuchung sorgt für Aufmerksamkeit: Rund ein Viertel der Schülerinnen und Schüler soll gelegentlich oder regelmäßig unter nächtlichem Einnässen leiden. Fachleute sprechen dabei von Enuresis nocturna, einer weit verbreiteten und medizinisch anerkannten Entwicklungserscheinung im Kindes- und Jugendalter.

Häufiger, als viele denken

Nächtliche Inkontinenz tritt vor allem bei jüngeren Kindern auf, kann aber auch im Jugendalter noch vorkommen. Die Gründe sind vielfältig: Dazu zählen eine verzögerte Reifung der Blasenkontrolle, eine erhöhte nächtliche Urinproduktion oder genetische Faktoren. In vielen Fällen verschwindet das Problem im Laufe der Entwicklung von selbst.

Experten betonen, dass die tatsächliche Zahl stark davon abhängt, wie die Betroffenen erfasst werden. Während einige Studien nur regelmäßige Fälle zählen, beziehen andere auch gelegentliches Einnässen mit ein.

Psychische Belastung nicht unterschätzen

Auch wenn es medizinisch meist harmlos ist, kann Enuresis für Kinder und Jugendliche eine große psychische Belastung darstellen. Schamgefühle, Angst vor Übernachtungen bei Freunden oder Schulveranstaltungen sowie ein Rückzug aus sozialen Situationen sind keine Seltenheit.

Fachärzte raten deshalb zu einem sensiblen Umgang in Familie und Umfeld. Schuldzuweisungen oder Strafen verschlechtern die Situation in der Regel.

Behandlungsmöglichkeiten

In vielen Fällen ist keine medizinische Behandlung notwendig. Unterstützend können einfache Maßnahmen helfen, etwa regelmäßige Toilettengänge vor dem Schlafengehen oder eine bewusste Flüssigkeitsverteilung über den Tag.

Wenn das Problem länger anhält oder stark belastet, stehen verschiedene Therapien zur Verfügung – darunter Verhaltenstrainings, Klingelmatten oder in bestimmten Fällen auch medizinische Unterstützung.

Fazit

Nächtliche Inkontinenz ist häufiger, als viele vermuten, und betrifft Kinder und Jugendliche in unterschiedlichen Entwicklungsphasen. Entscheidend ist ein verständnisvoller Umgang sowie gegebenenfalls frühzeitige Beratung durch medizinisches Fachpersonal.

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