Es war ein kalter, grauer Morgen, als Passanten in einer ruhigen Seitenstraße am Stadtrand von Kiew ein ungewöhnliches Bild entdeckten: Eine junge Golden Retriever Hündin lag erschöpft auf dem Asphalt, umgeben von zehn neugeborenen Welpen. Niemand wusste zunächst, woher sie kam oder wie lange sie bereits dort gewesen war. Doch eines war sofort klar – die kleine Familie brauchte dringend Hilfe.

Die Hündin, die später den Namen Jessy erhielt, wirkte trotz ihrer Erschöpfung ruhig und beschützend. Mit sanften Augen hielt sie ihre Welpen eng an sich gedrückt, während sie jeden Fremden misstrauisch, aber nicht aggressiv beobachtete. Tierfreunde, die zufällig vorbeikamen, reagierten sofort und alarmierten eine örtliche Tierrettung.

Ein dramatischer Start ins Leben

Nach ersten Untersuchungen stellte sich heraus, dass Jessy erst kurz zuvor ihre Welpen zur Welt gebracht hatte. Die Geburt war offensichtlich unter extrem schwierigen Bedingungen erfolgt – ohne Schutz, ohne Wärme und ohne Versorgung. Dass alle zehn Welpen überlebt hatten, grenzte fast an ein Wunder.

Tierschützer vermuten, dass Jessy zuvor ausgesetzt worden war oder sich selbst auf der Straße durchgeschlagen hatte, bevor die Wehen einsetzten. Trotz der Situation zeigte sie ein bemerkenswert starkes Mutterverhalten und versuchte instinktiv, ihre Welpen zu wärmen und zu schützen.

Rettung in letzter Minute

Die Helfer der Tierrettung handelten schnell. Jessy und ihre Welpen wurden vorsichtig in eine nahegelegene Tierklinik gebracht. Dort erhielten sie Wärme, Nahrung und medizinische Versorgung. Besonders die ersten 24 Stunden waren kritisch, doch sowohl Mutter als auch alle zehn Welpen überlebten stabil.

Tierärzte zeigten sich beeindruckt von Jessys Zustand. Obwohl erschöpft und unterernährt, kümmerte sie sich weiterhin ununterbrochen um ihre Babys und ließ niemanden zu nah heran, bis sie Vertrauen fasste.

Ein neues Zuhause in Aussicht

In den folgenden Tagen besserte sich ihr Zustand deutlich. Die Welpen begannen kräftig zu trinken und zu wachsen, während Jessy langsam wieder zu Kräften kam. Die Geschichte der kleinen Familie verbreitete sich schnell in sozialen Netzwerken, und schon bald meldeten sich zahlreiche Menschen, die bereit waren, später ein Zuhause für die Hunde zu bieten.

Die Tierschützer betonen jedoch, dass Jessy und ihre Welpen zunächst vollständig versorgt und sozialisiert werden müssen, bevor sie vermittelt werden können. Vorrang hat jetzt ihre Gesundheit und ein sicherer Start ins Leben.

Ein Symbol für Hoffnung

Die Geschichte von Jessy ist für viele ein Symbol dafür, wie stark der Überlebenswille von Tieren sein kann – selbst unter extremen Bedingungen. Eine allein gelassene Hündin, die auf der Straße ihre zehn Welpen zur Welt bringt und sie dennoch beschützt, hat viele Menschen berührt.

Heute gilt Jessy nicht mehr als Streunerin, sondern als Kämpferin und Mutter, die trotz widrigster Umstände alles getan hat, um ihren Nachwuchs zu retten.

Das könnte Sie auch interessieren: