Der 78-jährige Matthias aus Nordrhein-Westfalen wollte an diesem Abend eigentlich nur schnell wieder in seine Wohnung. Doch ein Missgeschick endete für ihn in einem finanziellen Desaster: Rund 4.000 Euro verlor der Senior an einen mutmaßlich betrügerischen Schlüsseldienst.

Teurer Notruf in einer Notsituation

Als Matthias bemerkte, dass seine Wohnungstür ins Schloss gefallen war und der Schlüssel innen steckte, geriet er in Panik. Es war bereits spät, die Temperaturen lagen nahe dem Gefrierpunkt. Über eine Online-Suche fand er eine Telefonnummer für einen angeblichen lokalen Schlüsseldienst. Am Telefon wurde ihm ein „Sofortpreis“ von etwa 150 Euro versprochen.

Weniger als eine Stunde später erschien ein Monteur. Doch statt der angekündigten Summe begann für Matthias eine Kette fragwürdiger Forderungen. Der Handwerker erklärte, das Schloss sei „besonders kompliziert“ und müsse komplett ausgetauscht werden. Zudem seien zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen nötig.

Rechnung mit Schockwirkung

Nach kurzer Zeit war die Tür geöffnet – laut Experten hätte dies in wenigen Minuten und meist ohne Beschädigung möglich sein müssen. Doch die anschließende Rechnung belief sich plötzlich auf knapp 4.000 Euro. Aufgelistet waren unter anderem ein angeblich hochwertiger Spezialzylinder, Notdienstzuschläge und diverse Montagekosten.

Matthias berichtet, der Monteur habe massiven Druck aufgebaut. Er solle sofort zahlen, sonst werde die Tür wieder verschlossen oder ein Inkassounternehmen eingeschaltet. Verunsichert und eingeschüchtert hob der 78-Jährige schließlich Bargeld von seinem Konto ab und übergab es dem Mann.

Polizei ermittelt wegen Betrugs

Erst am nächsten Tag, im Gespräch mit seiner Tochter, wurde Matthias klar, dass er vermutlich Opfer eines Betrugs geworden war. Gemeinsam erstatteten sie Anzeige bei der Polizei. Diese warnt seit Jahren vor unseriösen Schlüsseldiensten, die insbesondere ältere Menschen in Notsituationen ausnutzen.

Verbraucherschützer raten, bereits vorab auf transparente Preisangaben zu achten, keine Barzahlung unter Druck zu leisten und im Zweifel die Polizei zu verständigen. Seriöse Anbieter nennen am Telefon verbindliche Preise und stellen nachvollziehbare Rechnungen aus.

Ein wachsendes Problem

Der Fall von Matthias ist kein Einzelfall. Immer wieder berichten Medien über ähnliche Maschen: Lockangebote mit extrem niedrigen Preisen, die sich vor Ort durch angebliche Zusatzarbeiten vervielfachen. Besonders betroffen sind ältere Menschen, die sich in Stresssituationen schnell überrumpeln lassen.

Für Matthias bleibt neben dem finanziellen Schaden vor allem das Gefühl der Ohnmacht. „Ich habe mich geschämt“, sagt er. Doch seine Familie hofft, dass sein Fall andere sensibilisiert und davor bewahrt, in eine ähnliche Falle zu tappen.