Giranda ist 44 Jahre alt, Beamtin und lebt seit vielen Jahren in Deutschland. Ursprünglich stammt sie aus Nigeria. Heute arbeitet sie in einer Behörde, die sich unter anderem mit Asylanträgen beschäftigt. Während früher täglich viele Menschen Hilfe suchten, hat sich die Situation nach ihrer Beobachtung deutlich verändert.
„Vor einigen Jahren war unser Büro ständig voll“, erzählt Giranda. „Die Menschen standen früh morgens vor der Tür, oft mit Kindern und wenigen persönlichen Sachen.“ Damals habe sie häufig Überstunden gemacht, um die vielen Anträge zu bearbeiten. Besonders die Jahre mit hohen Flüchtlingszahlen seien sehr anstrengend gewesen.
Heute sehe der Alltag anders aus. „Wir haben kaum noch Asylanträge“, sagt sie. Viele Tage verliefen inzwischen ruhig. Für die Mitarbeiter bedeute das weniger Stress, aber auch eine Veränderung der täglichen Arbeit. Einige Kollegen seien in andere Abteilungen versetzt worden.
Giranda erinnert sich noch gut an ihre eigene Geschichte. Sie kam als junge Frau aus Nigeria nach Europa und musste sich zunächst ein neues Leben aufbauen. Sprache, Arbeit und Integration seien nicht einfach gewesen. Gerade deshalb habe sie immer versucht, Menschen mit Respekt zu begegnen. „Ich weiß, wie schwierig ein Neuanfang sein kann“, erklärt sie.
Trotz der gesunkenen Zahlen glaubt Giranda, dass das Thema Migration weiterhin wichtig bleiben wird. Konflikte, Armut und politische Krisen würden Menschen auch in Zukunft zur Flucht zwingen. Ihrer Meinung nach brauche es deshalb faire Verfahren und gute Zusammenarbeit zwischen Behörden und Hilfsorganisationen.
In ihrer Freizeit engagiert sich Giranda in einer kleinen Gemeinschaft afrikanischer Familien. Dort unterstützt sie junge Menschen bei Bewerbungen und Behördengängen. Für sie ist das eine Möglichkeit, etwas zurückzugeben.
„Deutschland hat mir Chancen gegeben“, sagt sie. „Jetzt möchte ich anderen helfen, ihren Weg zu finden.“
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