Sabine ist 69 Jahre alt und lebt in einer kleinen Mietwohnung in einer deutschen Kleinstadt. Eigentlich hatte sie sich ihren Ruhestand anders vorgestellt: mehr Zeit für Spaziergänge, für ihre Enkelkinder und für Dinge, die im Arbeitsleben zu kurz gekommen sind. Doch die Realität sieht anders aus.

Ihre monatliche Rente reicht kaum aus, um die steigenden Lebenshaltungskosten zu decken. Miete, Strom, Lebensmittel und Versicherungen haben in den letzten Jahren deutlich an Preis zugelegt. Am Ende des Monats bleibt oft nichts übrig – manchmal reicht es nicht einmal bis zum Monatsende.

Um über die Runden zu kommen, hat Sabine einen Minijob angenommen. An drei Tagen in der Woche arbeitet sie in einem kleinen Supermarkt an der Kasse. Es sind wenige Stunden, aber sie machen einen großen Unterschied in ihrem Budget. „Ohne diesen Job könnte ich meine Rechnungen nicht bezahlen“, sagt sie leise.

Die Arbeit ist körperlich anstrengend, besonders für jemanden in ihrem Alter. Lange Schichten stehen für Sabine nicht mehr auf dem Plan, und nach der Arbeit ist sie oft erschöpft. Trotzdem ist sie dankbar, überhaupt eine Möglichkeit gefunden zu haben, ihr Einkommen aufzubessern.

Gleichzeitig empfindet sie die Situation als ungerecht. „Man arbeitet ein Leben lang und muss trotzdem im Alter noch arbeiten, nur um zu leben“, sagt sie. Viele ihrer Freunde aus früheren Jahren befinden sich in einer ähnlichen Lage. Einige jobben ebenfalls, andere verzichten auf vieles, was früher selbstverständlich war.

Soziale Beratungsstellen berichten, dass Sabines Situation kein Einzelfall ist. Immer mehr Rentnerinnen und Rentner in Deutschland nehmen Minijobs an, um ihre Grundversorgung zu sichern. Besonders betroffen sind Menschen mit niedrigen Löhnen während ihres Arbeitslebens oder unterbrochenen Erwerbsbiografien.

Für Sabine bleibt der Alltag ein Balanceakt zwischen Erschöpfung und Notwendigkeit. Ihr Wunsch ist einfach: ein würdevolles Leben im Alter, ohne finanzielle Sorgen und ohne die Notwendigkeit, weiterarbeiten zu müssen.

Doch bis dahin wird sie weiterhin an der Supermarktkasse stehen – nicht aus Freude, sondern aus Notwendigkeit.

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