Theresa ist 70 Jahre alt und lebt in einer kleinen Wohnung am Rand der Stadt. Ihr Alltag ist ruhig, manchmal zu ruhig, sagt sie selbst. Früher war ihr Leben geprägt von Arbeit, Familie und dem ständigen Gefühl, gebraucht zu werden. Heute ist davon vieles geblieben – nur das Gefühl, gebraucht zu werden, hat sich verändert.

„Ich muss selber klar kommen. Kinder und Enkeln können mir nicht helfen“, sagt sie mit ruhiger Stimme. Es ist kein Vorwurf, eher eine nüchterne Feststellung. Ihre Rente ist klein, gerade genug, um Miete, Strom und das Nötigste zu bezahlen. Für vieles andere bleibt kein Spielraum.

Theresa hat zwei Kinder und mehrere Enkelkinder, die sie liebt und regelmäßig sieht. Doch sie möchte sie nicht belasten. „Die haben ihr eigenes Leben, ihre eigenen Sorgen. Ich will nicht auch noch eine Last sein“, erklärt sie. Hilfe anzunehmen fällt ihr schwer – nicht aus Stolz allein, sondern auch aus dem Wunsch heraus, unabhängig zu bleiben.

Der Alltag ist streng durchgeplant. Einkäufe werden genau überlegt, Angebote verglichen, Heizkosten im Winter genau im Blick behalten. Manchmal verzichtet sie auf Dinge, die früher selbstverständlich waren: ein Kaffee im Café, ein kleines Geschenk für die Enkel oder eine spontane Fahrt quer durch die Stadt.

Trotz allem versucht Theresa, sich ihre Würde zu bewahren. Sie geht regelmäßig spazieren, trifft Nachbarn im Hof und telefoniert oft mit ihrer Familie. „Man darf sich nicht hängen lassen“, sagt sie. „Auch wenn es manchmal schwer ist.“

Ihre Geschichte steht exemplarisch für viele ältere Menschen, die mit einer kleinen Rente auskommen müssen. Sie zeigt, wie sehr finanzielle Unsicherheit den Alltag prägt – und wie stark gleichzeitig der Wunsch bleibt, selbstständig zu bleiben, auch wenn das Leben enger wird.

Theresa formuliert es am Ende einfach: „Ich komme klar. Irgendwie geht es immer weiter.“

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