Diana ist 44 Jahre alt. Ihr Alltag besteht aus Rechnen, Verzichten und Durchhalten. Sparen ist für sie keine Tugend und kein Lifestyle-Trend – es ist eine Notwendigkeit. Jeden Tag. An allem.

Schon morgens beginnt der innere Kampf. Der Kaffee wird zu Hause getrunken, löslicher Kaffee statt Bohnen, eine Tasse statt zwei. Das Frühstück ist schlicht, manchmal nur eine Scheibe Brot. Der Blick auf das Konto gehört zur Routine, genauso wie das Abwägen jeder noch so kleinen Ausgabe. Brauche ich das wirklich? Kann das warten? Gibt es eine billigere Alternative?

Diana spart beim Einkaufen, bei Kleidung, bei Strom und Heizung. Sie kauft reduziert, plant Mahlzeiten bis ins Detail und vermeidet Spontankäufe konsequent. Neue Schuhe gibt es erst, wenn die alten wirklich nicht mehr tragbar sind. Ein Kinobesuch, ein Café, ein Kurzurlaub – all das liegt außerhalb ihrer Realität. Luxus ist für sie ein Wort aus einem anderen Leben.

Besonders schwer ist das unsichtbare Sparen: das Verzichten auf Leichtigkeit. Diana überlegt zweimal, bevor sie Freunde trifft, weil ein Getränk Geld kostet. Sie sagt Einladungen ab, erfindet Ausreden. Nicht, weil sie nicht will – sondern weil sie muss. Das Gefühl, ständig erklären oder sich rechtfertigen zu müssen, zehrt an ihr.

Psychisch hält sie das kaum aus. Die permanente Anspannung, die Angst vor unerwarteten Rechnungen, vor kaputten Geräten oder steigenden Preisen lastet schwer. Es gibt Tage, an denen sie müde ist vom Sparen, müde vom Starksein. Tage, an denen sie sich fragt, wie lange sie das noch durchhält.

Und doch macht Diana weiter. Weil sie keine Wahl hat. Weil Aufgeben keine Option ist. Ihr Leben ist ein stiller Beweis dafür, dass Armut nicht immer laut ist – oft ist sie leise, zermürbend und unsichtbar. Diana steht stellvertretend für viele, die funktionieren müssen, obwohl sie innerlich längst am Limit sind.

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