Carolin ist 30 Jahre alt, Grafikdesignerin und hat gerade beschlossen, dass das klassische 9–5-Arbeitsmodell nicht mehr zu ihr passt. „Ich sitze acht Stunden am Tag am Schreibtisch, renne von Meeting zu Meeting und am Ende des Monats frage ich mich: Wann lebe ich eigentlich?“ sagt sie.
Für Carolin bedeutet Kreativität Freiheit – und die lässt sich schwer zwischen neun und fünf Uhr morgens in einem Büro einordnen. Ihre Arbeit besteht darin, Markenidentitäten zu gestalten, Websites zu designen und Kampagnen visuell zum Leben zu erwecken. „Kreative Energie folgt keinem Stundenplan. Wenn ich um 14 Uhr den Flow habe, will ich nicht, dass ein Meeting ihn zerstört.“
Die Frage „Wann soll ich leben?“ ist für viele junge Berufstätige Realität. Carolin ist keine Ausnahme. Sie beobachtet, dass das traditionelle Arbeitssystem oft die persönlichen Bedürfnisse der Menschen ignoriert. „Ich will nicht nur existieren. Ich will Momente erleben, reisen, meine Freunde treffen, inspiriert sein. Arbeit sollte nicht mein Leben verschlingen.“
Deshalb experimentiert sie mit flexiblen Arbeitsmodellen. Einige Tage arbeitet sie remote, andere gönnt sie sich freie kreative Sessions, ohne dass ihr Chef darüber die Stirn runzelt. „Es geht nicht darum, faul zu sein. Es geht darum, Arbeit und Leben so zu gestalten, dass beides Sinn macht.“
Carolins Haltung spiegelt einen wachsenden Trend wider: Immer mehr junge Fachkräfte wollen nicht nur einen Job, sondern ein erfülltes Leben. Die klassische Arbeitswoche von neun bis fünf wird hinterfragt, der Wunsch nach Selbstbestimmung und Balance wächst. „Vielleicht ist die Frage nicht, wann ich arbeiten soll, sondern wie Arbeit in mein Leben passt, ohne es zu bestimmen“, sagt Carolin.
Für sie steht fest: Kreativität und Lebensfreude dürfen nicht auf den Feierabend warten. Sie sollen jeden Tag ein Stück weit gelebt werden – und das, so glaubt sie, ist der Schlüssel zu einem erfüllten Leben.
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