Tanja ist 33 Jahre alt und gehört zu den Geringverdienerinnen. Sie arbeitet hart, doch am Monatsende bleibt oft nur wenig Geld übrig. Um ihren Alltag trotzdem zu bewältigen, hat sie eine besondere Strategie entwickelt: Sie kauft fast ausschließlich Lebensmittel mit kurzem Haltbarkeitsdatum.
Im Supermarkt kennt sie die Ecken mit reduzierten Waren genau. Joghurt, Brot, Obst oder Käse – alles, was bald abläuft, ist deutlich günstiger. „So kann ich mir mehr leisten, ohne über mein Budget zu kommen“, sagt Tanja. Oft sind diese Produkte noch vollkommen in Ordnung, sie müssen nur bald verbraucht werden.
Anfangs fühlte sich Tanja unwohl dabei. Heute sieht sie viele Vorteile: Sie spart Geld, vermeidet Lebensmittelverschwendung und lernt, sehr bewusst mit Essen umzugehen. Geplante Mahlzeiten, Einfrieren und kreatives Kochen gehören inzwischen zu ihrem Alltag. „Man wird erfinderisch“, sagt sie lächelnd. „Aus Resten kann man mehr machen, als man denkt.“
Doch leicht ist ihr Leben nicht. Steigende Mieten, Energiepreise und Lebenshaltungskosten setzen sie unter Druck. Manchmal muss sie genau rechnen, ob das Geld bis zum Monatsende reicht. Trotzdem verliert sie nicht den Mut. „Ich versuche, das Beste daraus zu machen“, erklärt sie. „Sparen heißt nicht, schlecht zu leben – man lernt nur, anders zu leben.“
Tanja wünscht sich, dass Menschen mit geringem Einkommen nicht nur mit Zahlen, sondern mit Geschichten gesehen werden. Ihr Alltag zeigt: Hinter jedem Sonderangebot und reduzierten Etikett steckt oft ein Mensch, der tapfer versucht, sein Leben zu meistern – mit Vernunft, Kreativität und viel Durchhaltevermögen.